Imkerverein
Fürstenfeldbruck u. Umgebung e.V.

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... auf der Internetseite des Imkerverein´s FFB und Umgebung


Liebe Kinder, liebe Interessierte, liebe Leser,

so manches habt ihr vielleicht schon über Bienen gehört, und wenn ihr weiterlest, werdet ihr mehr wissen als andere Kinder und mehr als viele Erwachsene, die die Geheimnisse der Natur vergessen haben.

Die Bienen leben als Volk in einer festen Behausung. Die Imker nennen das den Bienenstock oder die Bienenbeute. Es kann auch ein geeigneter Hohlraum irgendwo in der Natur sein, zum Beispiel ein hohler Baumstamm.

Die Biene lebt nicht alleine, sondern in einem großen Volksverband, dem Bienenvolk. Sie hat eine ganz wichtige Aufgabe in der Natur. Sie fliegt von Blüte zu Blüte und sorgt indem sie den Blütenstaub von einer Blüte zur anderen trägt, für die Bestäubung der Blüte und ermöglicht die Befruchtung aller Obstbäume. Die Blüte bedankt sich mit einem Tropfen Nektar, aus dem im Bienenstock der köstliche Honig bereitet wird. Ohne Biene keine Äpfel, keine Kirschen, keine Birnen, keine Himbeeren, keine Johannisbeeren und auch keinen Honig, der euch so gut schmeckt.

Im Bienenvolk gibt es drei verschiedene Wesen. Die Königin, die Arbeitsbiene und den Drohn. Die Größe eines Volkes schwankt im Jahreslauf. So können, wenn die Sonne im Sommer am höchsten steht, bis zu 50 000 Arbeitsbienen und bis zu 2000 Drohnen im einem Volk leben.

Im Winter sind noch etwa 12 000 Bienen im Volk und sie sichern das Überleben der Königin. Es gibt keinen Winterschlaf. Die Bienen wärmen die Königin, damit das Volk im Frühjahr wieder wachsen kann.

Die Königin aber gibt es in jedem Volk nur einmal.

Die Arbeitsbienen sind weiblich, haben aber nur die Aufgabe für das Volk zu sorgen. Sie kümmern sich um die Pflege der Brut, um den Wabenbau, um die Abwehr von Feinden. Sie pflegen und füttern die Königin. Sie bewachen das Flugloch, damit keine fremden Bienen oder andere unerwünschte Gäste in ihr Volk eindringen. Sie sammeln Nektar und Pollen, damit das Volk auch harte Winter überstehen kann.

Die Königin ist dazu ausersehen, den Nachwuchs im Bienenvolk zu sichern. Sie hat auch die größte Lebenserwartung und kann bis zu 5 Jahre alt werden.

Der Drohn ist das Männchen im Bienenvolk. Er hat nur eine einzige Aufgabe, nämlich eine junge Königin zu befruchten. Das geschieht hoch in den Lüften.

Die Vermehrung eines Bienenvolkes geschieht durch Teilung. Das Bienenvolkt entschließt sich gemeinschaftlich dazu. Dazu formen die Arbeitsbienen eine sogenannte Weiselzelle. (Man kann die Königin auch Weisel nennen). Diese Zelle sieht anders aus als die normalen 6-eckigen Zellen, wie ihr sie kennt. Sie sieht zu Beginn wie das Hütchen einer Eichel aus und wächst im Laufe der ersten 9 Tage zu einer großen Wohnung, die aussieht wie eine umgedrehte Zipfelmütze. Dahinein legt die Königin ein Ei. Daraus schlüpft eine Larve, das ist ein kleines weißes Würmchen, das jetzt anders gefüttert wird, wie die Drohnen oder die Arbeitsbienen. Und wegen der großen Wohnung und wegen der besseren Fütterung wächst in der Weiselzelle eine junge Königin heran. Und wenn am 9. Tag nach der Eiablage die Weiselzelle verdeckelt wird, verläßt die Hälfte des Volkes mit der alten Königin den Bienenstock und macht sich auf den Flug ins Ungewisse.

Wie eine große dunkle Wolke erhebt sich der Schwarm in die Lüfte. Es summt und brummt, so daß die meisten Menschen Angst bekommen und weglaufen. Dann zieht sich diese Wolke zusammen und vereinigt sich innerhalb einer halben Stunde zu einer riesengroßen Bienentraube, meistens an einem Ast eines nahestehenden Baumes.

Und sofort beginnt die Suche nach einer neuen Wohnung. Spurbienen fliegen jetzt in alle Richtungen und melden sich, wenn sie eine Wohnung gefunden haben, bei ihrer Schwarmtraube. Sie tanzen auf der Traube, das kann man sogar sehen und sie informieren so die übrigen Bienen. Das machen alle zurückkehrenden Spurbienen und wenn die Bienen in der Schwarmtraube meinen, die richtige Wohnung ist gefunden, dann löst sich die Traube, die Bienen steigen geschlossen auf und fliegen geradeaus und in hoher Geschwindigkeit zur gewählten Wohnung, wenn nicht.....

.... ja wenn nicht vorher der Imker den Schwarm eingeschlagen hat, das heißt, den Schwarm in eine Schwarmfangkiste geschüttelt hat.  Das geht ziemlich einfach, denn wenn der Imker die Bienen in diese Kiste geschüttelt hat und in der Menge der Bienen die alte Königin ist, dann kommen alle Bienen im Laufe des Tages pflichtbewußt zu ihrer Chefin.

Ein neues Volk ist gebildet!

Aber die Existenz der Biene ist bedroht. Eine böse Milbe, die Varroa, das ist ein kleines Spinnentier, das aus Asien eingeschleppt wurde. Es verletzt die Biene und Bienenbrut so schwer, dass ohne die Hilfe des Imkers, das Volk innerhalb eines Jahres stirbt.

Eine weitere Gefahr ist die Verwendung von Giften in der Landwirtschaft, die auch Insekten, also auch Bienen töten. Gifte vernichten das sogenannte Unkraut und damit auch Pflanzen die blühen und so bleibt den Bienen eine Nahrungswüste über weite Teile des Jahres. Die Felder sind grün oder braun, es gibt keine Kornblumen, keine Mohnblumen und viele andere Blüten fehlen. Die Farben vielfältiger Blütenpracht verschwinden immer mehr. Die Bienen finden kaum Nahrung.

Es wird Pflanzen geben, die genverändert sind. Sie erzeugen in sich ein  Gift, das "schädliche" Insekten töten soll. Die Biene ist auch ein Insekt und stirbt, wenn sie sich Blütenstaub holt.

Das Leben der Biene ist bedroht, ebenso das Leben vieler anderer Insekten, die von uns Menschen nicht so beachtet werden, weil wir ihren Wert in der Natur nicht mehr kennen. Aber von vielen dieser Insekten leben unsere geliebten Vögel und andere Tiere der Natur und so wird unser Leben immer ärmer, wenn die Menschen nicht endlich aufwachen und zurück zur Natur finden.

Es gibt eine wichtige Aussage von einem sehr klugen Menschen, nämlich:
"Wenn die Biene stirbt, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre Zeit zu leben."

Ich  wünsche euch  offene Augen und ein weites Herz und den Mut die Natur zu schützen.


Wir Imker danken Peter Dorfmeister aus Emmering für diesen wundervollen Text.



„Nach einem chinesischen Sprichwort verwandeln sich Berge in Gold, wenn Brüder zusammenarbeiten. Es muß nicht Gold sein, und es geht auch nicht ohne Schwestern. Aber kein Weg führt an der Erkenntnis vorbei: Sich zu vereinen, heißt teilen lernen.“
 
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